AMREF und der Veranstalter des Salzburgmarathons im Clinch

Interessiert las ich im Frühjahr, leider ist mir die Zeitschrift und das Datum nicht mehr bekannt, das der Salzburg Marathon aufgrund der eventuell ausbleibenden Subventionszugabe der Stadt Salzburg in der Höhe von 20.000,-- Euro unter Umständen ausfallen werde.

Da dieser Stadmarathon schon auf eine längere Geschichte zurückgreifen kann, hielt ich es für unwahrscheinlich, denn vormals titulierte er sich als AMREF  Marathon. Diese Organisation wurde durch ihr medizinisches Engagement in Afrika, vorwiegend Geburtshilfe bekannt und hat einen guten Ruf in Bezug auf Weitergabe der Spendengelder.

So kontaktierte ich beide Seiten und diese Korrespondenz will ich euch nicht vorenthalten, da sie einige Ungereimtheiten enthalten.

Hier ein Schreiben von Herrn Schmidjell Walter (AMREF)

Sehr geehrter Hr.Kozak,

durch Zufall sind wir auf Ihre Mitteilung betreff AMREF Marathon auf der www.kelagenergy.com .gestossen. Danke!!

Ich erlaube mir Sie in dieser Form zu informieren, dass AMREF seit 2001 die Idee zu verwirklichen versuchte, um gemeinsam mit afrikanischen LäuferInnen auf Afrika (die sich unentgeltlich für die Idee zur Verfügung stellten) in einer positiven Weise aufmerksam zu machen. In den letzten Jahren hat sich leider der Lauf und unsere Idee immer mehr vom charity Gedanken und der "message" entfernt, und AMREF an den Rand gedrängt.

2011 waren insgesamt über 4900 TeilnehmerInnen und wir haben den "stolzen" Beitrag von 2.055.-vom Veranstalter erhalten.

Es ist sehr schade, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist, bei der nun scheinbar nur mehr das "business" zählt.

Der Gedanke des AMREF marathons hat besonders auch in Afrika sehr viel ausgelöst und Positives bewirkt, und es ist sehr schmerzhaft , dass wir als Ideengeber gegenüber unrichtigen Meldungen des Veranstalters Stellung nehmen müssen, denn das schadet nicht nur allen, sondern verunsichert auch die LäuferInnen ,von denen die Mehrheit immer noch angenommen hat, dass jeder durch seine Teilnahme auch AMREF unterstützt. Was leider schon seit einigen Jahren nicht mehr der Fall ist.

Also nochmals Dankeschön, es ist sehr aufbauend, wenn auch andere Menschen, berechtigte Kritik ausdrücken.

Mit freundlichen Grüssen

Schmidjell Walter

Der Veranstalter Johannes Langer schrieb mir folgendes

Sehr geehrter Herr Kozak,

vielen Dank für Ihr Schreiben und Ihr Interesse am Marathon in Salzburg!

Da ich nicht weiß, auf welche Medienberichte sich Ihre Information „das der Salzburgmarathon aufgrund finanzieller Schwierigkeiten abgesagt werden könnte“ beziehen, darf ich Ihnen versichern, dass der Salzburg Marathon auf sehr gesunden wirtschaftlichen Beinen steht und seine neunte Auflage am 6. Mai 2012 erleben wird.

Richtig hingegen ist der Umstand, dass sich seit Juli die Organisation des Salzburg Marathon mit Vorwürfen und Unterstellungen durch die Hilfsorganisation AMREF Austria konfrontiert sieht, die bislang als kostenloser Namensgeber und Nutznießer der Veranstaltung auftreten durfte. Insgesamt führt dies zu einer folgenschweren Rufschädigung.

Vorgeworfen wird uns, dass wir Spendengelder nicht ordentlich weitergeleitet hätten. Trotz der Absurdität der Behauptungen haben wir noch im Sommer eine externe Prüfung durch die Wiener Wirtschaftsprüfer Mag. Andreas Röthlin und Mag. Klaus Hübner [Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder] veranlasst. Wichtig ist dazu auch die Feststellung, dass wir jährlich vom Magistrat und dem Land Salzburg geprüft werden und es in den letzten sieben Jahren noch nie zu Beanstandungen gekommen ist. Jährlich erhalten wir das entsprechende Entlastungsschreiben. Neben der enormen Kosten dieser externen Prüfung waren die letzten Wochen vor allem ein gewaltiger psychischer Kraftakt [Konfrontation, Spendengelder veruntreut zu haben!!].

Das Ergebnis dieser zusätzlichen Prüfung und ein entsprechender Bericht von meiner Seite wurde den verantwortlichen Stellen im Magistrat Salzburg sowie unseren Förderern Altstadtmarketing und TSG im September’11 vorgelegt. In diesen Unterlagen wird den Vorwürfen mit einer unbestechlichen Argumentation entgegnet und die Richtigkeit unserer Abrechnung bestätigt. Wir weisen die gegen uns und den Salzburg Marathon erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Die Stadt Salzburg schenkt nicht zuletzt aufgrund des eindeutigen Berichts unserem Team weiterhin das Vertrauen. Dies wird in einem neuen Fördervertrag zwischen Stadt Salzburg und meinem Unternehmen dokumentiert. Ein Ergebnis dieses Förderergesprächs war, dass AMREF zukünftig nicht mehr Charity-Partner des Salzburg Marathon sein wird.

Die offizielle Mitteilung an den Geschäftsführer Egmont Kap-herr durch die Stadt Salzburg hat in der Folge zu einem medialen Rundumschlag der Leitung von AMREF Austria [GF Kap-herr und Dr. Schmidjell] geführt. Neben den weiterhin vollkommen ungerechtfertigten Vorwürfen verschweigen die beiden Herren gerne, dass wir trotz der Turbulenzen noch im September gemeinsam ein Ansuchen an das Sportministerium gerichtet haben, in dem das AMREF-Projekt „Stand up for African mothers“ im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit mit dem neuen Staat Südsudan gefördert werden soll. Leider geht somit nach sieben Jahren eine Charity-Partnerschaft zu Ende, bei der in dieser Zeit direkt von uns Spendengelder in Höhe € 130.668,– überwiesen wurden.

Der 9. Salzburg Marathon wird am 6. Mai 2012 von unserem bewährten Team durchgeführt und richtet seinen Fokus weiterhin auf Sport und Ökologie sowie Charity und Kultur.

Ich hoffe, dass ich Ihre Anfrage entsprechend beantworten konnte und würde mich freuen, wenn Sie im kommenden Jahr in Salzburg mitlaufen.

Einen herzlichen Gruß vom Dresden-Marathon [Partnerstadt von Salzburg]

Johannes Langer

Veranstalter

Auf meine Frage hinsichtlich einer Veröffentlichung dieser Schreiben erhielt ich folgende Antwort.

Guten Morgen Herr Kozak,

gerne dürfen Sie die Zeilen von mir veröffentlichen.

Zu den Zahlen finden Sie auf unserer Marathon-Website die entsprechenden Mitteilungen:

In der Tat läßt sich ein Geldfluß (vor allem Spendengelder) schwer rekonstruktuieren.
Auf der Strecke bleiben wohl wieder die ärmsten am Globus. Lt. Berichten sehen in
Afrika täglich um die 100.000 neuen Erdenbürger das Licht der Welt, etwa 15.000
Sterben davon. Wieviele Einwohner dieses große Land hat wird auch in Zukunft nicht
ganz leicht zu eruieren sein. Aber wenn sie diese Zeilen Lesen hat mit ziemlicher Sicher-
heit der 7.000.000.000ste Mensch sein Füßchen auf diese Erde gesetzt.
Mein Mitleid haben sie, denn es ist kein schöner Anblick, wenn Menschen an Hunger oder
Durst sterben und wir Brot und andere Eßwaren im Tonnenbereich in den Müll
werfen.
Kein Mittleid habe ich mit den Schwarzafrikanern und Asiaten die schamlos unsere
Gastfreundlichkeit ausnutzten und Drogen und anderen Unsinn im
(noch) schönen Österreich verbreiten. Ein hilfsbedürftiger Schwarzer ist mir in
Österreich noch nicht untergekommen, denn auch im heißen Süden scheint
sich das Motto durchgesetzt zu haben nur die stärksten und korruptesten unter
der Sonne kommen weiter.
Aber auch unsere moralische Ethik wirft große Schatten. Welch ein
Unterschied besteht zwischen einem verhungerndem Kind oder einem
lt. Fristenlösung (aus dem Jahre 74) getötetem Kind? In unserem Österreich
sterben auf diese qualvolle Art jährlich mehr als 100.000 Kinder! Wir gutieren
diese Dinge kopfschüttelnd mit einer Tüte Fastfoodfraß vor der heiligen Glotzkiste.
Erwin